Aminosäuren: die Bausteine für effizienten Muskelaufbau

Aminosäuren sind als Nahrungsergänzungsmittel unter Kraftsportlern neben BCAA, Glutamin & Arginin (ebenfalls alles Aminosäuren) sehr beliebt. Wer richtig Muskeln aufbauen will, benötigt demnach Aminosäuren. Welche das sind, erfährst du hier!

Was sind Aminosäuren?

Die Aminosäuren (unter Leistungssportlern auch gern Aminos genannt) sind lebensnotwendige Bausteine aus denen große Proteinmoleküle gebildet werden. Proteine wiederum sorgen im Körper für Wachstumsvorgänge und aktivieren den Stoffwechsel. Besonders in Zeiten großer Anstrengung (direkt nach dem Training) hat dein Körper einen erhöhten Bedarf an Aminosäuren, um das Training bestmöglich verarbeiten zu können.

Welche Aminosäuren sind wichtig?

Es wird zwischen essentiellen, nicht-essentiellen und semi-essentiellen Aminosäuren unterschieden. Die essentiellen Aminosäuren können vom eigenen Körper nicht in ausreichendem Maße hergestellt und müssen daher über die Nahrung aufgenommen werden. Besonders nach dem Training ist der „Hunger“ im Körper nach Aminosäuren sehr groß. Der Körper braucht in diesem Moment eine ausgewogene Zufuhr von Aminosäuren zur Regeneration, Entspannung und zur Stimulation. Eine optimale Kombination aus essentiellen, semi- und nicht-essentiellen Aminosäuren, die man sofort nach dem Training aufnimmt, kann besonders effektiv wirken.

Was passiert bei einem Aminosäuremangel?

Aminosäuren sind nach Wasser einer der wichtigsten Bausteine des menschlichen Körpers, weswegen sich ein etwaiger Mangel auf vielfache Weise auswirken kann:

  • Dein Immunsystem wird geschwächt, was sich auch in schlechter Wundheilung niederschlägt
  • Deine Leistungsfähigkeit nimmt ab
  • Deine Nägel werden brüchig, deine Haare wachsen langsamer, deine Haut wird trockener
  • Trainingseinheiten schlagen sich nicht in Leistungszuwachs nieder

Sind Aminosäuren das gleiche wie Protein/Eiweiß?

Nein! Proteine werden aus Aminosäuren aufgebaut. Aminosäuren sind daher die Bausteine der Proteine und deshalb für den Muskelzuwachs so wichtig. Eiweiß ist ein anderes Wort für Protein.

Wer braucht Aminosäuren?

Grundsätzlich braucht jeder Mensch Aminosäuren. Aus ihnen werden die Proteine gebildet, die ca. 20% des menschlichen Körpers ausmachen. Die gute Nachricht: 8 Aminosäuren kann der Körper selbst herstellen und die übrigen 12 müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Wenn du keine Muskeln aufbauen möchtest und du viel Zeit hast, um gesund und abwechslungsreich zu kochen hast du wahrscheinlich keinen erhöhten Bedarf an Aminosäuren. Die Einnahme von Aminosäuren macht allerdings Sinn, wenn du das Maximum aus deinem Krafttraining holen willst. Aminosäuren helfen dir dabei dein Training in Muskelzuwachs umzusetzen!

Einnahme von Aminosäuren

Nach besonders großer Anstrengung, wie einem Kraft- oder Ausdauertraining, sind Aminosäuren, wie BCAA, Glutamin oder Arginin, bei Sportlern sehr beliebt. Oftmals werden Aminosäuren aber auch vor dem Training eingenommen, damit der Körper auf Fettreserven und nicht etwa auf Muskelgewebe zurückgreift.

Du kannst deine Aminosäuren auch zum Proteinshake am Morgen beimengen. Die meisten Sportler nehmen Aminosäuren vor und nach dem Training ein um den Körper optimal zu versorgen. Aminosäuren sollten nur dann eingenommen werden, wenn auch ein erhöhter Bedarf besteht, wie zum Beispiel durch intensive Kraft- oder Ausdauertraingseinheiten oder im Leistungssport.

Die bekanntesten Anwendungen für Aminosäuren

Für den Muskelaufbau empfehlen sich vor allem BCAAs (L-Valin, L-Leucin, L-Isoleucin) aber auch Glutamin. Wenn du an erektiler Dysfunktion leidest könnte dir eventuell L-Arginin helfen. Bei einer Arthrose helfen beispielsweise schwefelhaltige Aminosäuren wie L-Methionin und L-Cystein. Diese Aminosäuren werden aber auch gegen Haarausfall eingesetzt. L-Carnitin verspricht exzellente Wirkungen bei Diabetes und fördert den Abnehmprozess.

Aminosäuren sind in vielerlei Hinsicht einsetzbar. Sie sind deshalb so wichtig, weil etwa ein Fünftel unseres Körpers aus Aminosäuren besteht. Ein Mangel kann sich unter anderem in Haarausfall, schlechter Wundheilung oder brüchigen Fingernägeln manifestieren.

Diese Aminosäuren gibt es

Alanin

Alanin hilft beim Transport von Stickstoff zur Leber sowie beim Zuckerstoffwechsel. Es stärkt somit das Immunsystem und die Produktionvon Antikörpern wird angekurbelt.

Arginin

Arginin erhöht die Blutzufuhr und gilt deswegen nicht umsonst als natürliches Viagra. Arginin stärkt das Immunsystem und wirkt einem Wachstum von Tumoren entgegen. Arginin wird im Kraftsport häufig eingesetzt, da es das Wachstum von Muskelmasse begünstigt und effektiv bei der Gewichtsreduzierung hilft. Die Bildung von Muskelmasse wirkt sich wiederum positiv auf die Reduzierung des Körperfetts aus.

Asparagin

Asparagin fördert die Entgiftung des Körpers und wirkt sich positiv auf das Durchhaltevermögen aus. So hast du mehr Energie und Ausdauer. Außerdem hilft es gegen sehr niedrigen Blutdruck bei Herzklopfen aber auch bei Lebererkrankungen.

Asparaginsäure

Diese Aminosäure wirkt gut gegen (Dauer)-Müdigkeit und Depressionen, begünstigt die Zellneubildung sowie den Stoffwechsel. Das bringt unter anderem ein jugendliches Aussehen mit sich. Asparaginsäure schützt des Weiteren die Leber und verbessert die Funktion der DNA, welche das Erbgut enthält.

Cystein

Cysein hilft bei der Entgiftung, schützt die Leber und das Gehirn vor Alkoholschäden und schützt den Körper gegen Strahlung. Eingesetzt wird Cystein beispielsweise bei Arthritis. Cystein ermöglicht eine bessere Wundheilung nach Operationen, eine erhöhte Fettverbrennung und Linderung von Alterungsprozessen im menschlichen Körper.

Glutaminsäure

Glutaminsäure wirkt im zentralen Nervensystem, im Hirn und Rückenmark. Diese Aminosäure wird gerne bei Epilepsie und Geschwüren angewendet. Außerdem findet es seine Anwendung bei Patenten mit Persönlichkeitsstörungen.

Glutamin

Glutamin kommt in den Muskeln sehr häufig vor und hilft bei der Bildung von Muskelgewebe und beugt somit dem Muskelabbau vor. Es wird bei Krankheiten wie AIDS oder Krebs eingesetzt. Zudem fördert es die Hirnaktivität und sorgt für einen gesunden Verdauungstrakt. Glutamin wird auch eingesetzt um das Verlangen nach Zucker oder Alkohol zu dämmen.

Glycin

Glycin sorgt für eine gesunde Prostata sowie für ein gesundes zentrales Nervensystem. Glycin findet bei beschädigtem Gewebe seine Anwendung und trägt zur Heilung bei.

Histidin

Histidin findet sich im Hämoglobin, im roten Blutfarbstoff, und hilft gegen Allergien, Geschwüre und rheumatischer Arthritis. Diese Aminosäure spielt eine wichtige Rolle bei der Erneuerung und Reparatur des Gewebes. Zudem senkt Histidin den Blutdruck und schützt den menschlichen Organismus vor Schäden die durch übermäßige Strahlung entsteht.

Isoleucin

Diese Aminosäure ist enorm wichtig für die Bildung des Hämoglobins und reguliert sowie stabilisiert den Blutzuckerspiegel. Isoleucin ist bei der Heilung von Muskelgewebe aber auch der Haut und Knochen beteiligt. Bei Menschen mit mentalen oder psychischen Problemen ist die Menge dieser Aminosäure im Körper meistens zu niedrig.

Leucin

Leucin steht in Verbindung mit den anderen Aminosäuren Isoleucin und Valin und unterstützt die Wundheilung der Muskeln, Haut und der Knochen. Besonders bei Operationen wird eine Einnahme von Leucin empfohlen.

Lysin

Diese Aminosäure ist für die Regelung des Stickstoffgehalts bei Erwachsenen verantwortlich. Es fördert die Bildung von Kolagen, welches für die Bildung von Bindegewebe und Knorpeln essenziell ist. Lysin ist bei der Herstellung von Antikörpern gegen den Lippenherpes beteiligt.

Methionin

Diese Aminosäure gilt als gute Schwefelquelle und beugt somit Störungen in Bezug auf Haare, Haut und Nägeln vor. Methionin hilft weiters bei Muskelschwäche. Auußerdem wirkt es sich positiv bei Schizophreniepatienten aus.

Phenylalanin

Diese Aminosäure wird zur Produktion von Noradrenalin im Gehirn benötigt. Diese Substanz dient als Vermittler zwischen den Nervenzellen im Gehirn und sogt dafür, dass wir uns wach und aufmerksam fühlen. Phenylalanine stehen in positiven Zusammenhang mit der Gedächtnis- und Lernleistung des Gehirns. Es wird auch zur Behandlung verschiedenster Krankheiten wie Arthritis, Depressionen, Migräne oder Übergewicht eingesetzt.

Prolin

Prolin verbessert die Hautstruktur durch die Produktion von Kolagen und verhindert gleichzeitig einen Kolagenverlust der einen Alterungsprozess mit sich bringt. Prolin ist sehr wichtig, denn es stärkt die Gelenke, Sehnen und den Herzmuskeln.

Serin

Der Körper benötigt Serin für einen korrekten Ablauf des Fettstoffwechsels sowie für den Muskelaufbau. Serin ist auch an der Bildung des Immunoglobins und der Antikörper beteiligt.

Threonin

Threonin spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Zahnschmelz und Kolagen. Zudem wirkt es gegen eine Fettablagerung in der Leber entgegen und begünstigt so ihren Stoffwechsel.

Tryptophan

Tryptophan wird heutzutage als natürliches Schlafmittel eingesetzt. Es hilft gegen Schlaflosigkeit und bei Einschlafproblemen. Es findet außerdem bei Angstzuständen und Depressionen seine Anwendung. Durch eine Appetitregulierung hilft Tryptophan dabei das Gewicht besser kontrollieren zu können.

Tyrosin

Tyrosin ist der Vorläufer Adrenalins und Dopamins und beeinflusst die Stimmung und unser Nervensystem. Es wirkt als Stimmungsaufheller und wird erfolgreich zum Fettabbau eingesetzt. Dauermüdigkeit, Angstzustände und Allergien können mit Tyrosin behandelt werden.

Valin

Valin hat große Bedeutung in der Wundheilung und Muskelkoordination. Nützlich ist Valin außerdem noch bei Leber- und Gallenkrankheiten und fördert die mentale Stärke. Des Weiteren ist diese Aminosäure für den muskulären Stoffwechsel verantwortlich.

Welche Lebensmittel enthalten Aminosäuren?

Aminosäuren erhältst du nicht nur über Nahrungsergänzungsmittel, sondern du findest diese auch in einigen Nahrungsmitteln wie etwa Rumpsteak, Schweinesteak, Schinken, Eiern, Camembert in Heringen oder Walnüssen. Außerdem enthalten auch Haferflocken wichtige Aminosäuren.

Beim Kochen oder Braten gehen Aminosäuren teilweise verloren. Zudem ist eine Einnahme mit Nahrungsergänzungsmitteln nicht zu vergleichen. Jene enthalten keine Salze oder auch Fette, wie es Lebensmittel tun. Die Zusammensetzung von Aminosäuren-Präparaten ist meistens für einen bestimmten Zweck optimiert und genau deswegen für Sportler so unverzichtbar. Die optimale Menge an Aminosäuren kann nur sehr schwer über die Nahrung gedeckt werden. Vergleichsweise würde man zu viel Fett, durch den Konsum von Steaks aber auch Fleisch, zu sich nehmen und somit werden fehlende Aminosäuren gerne über Präparate ergänzt.

Lebensmittel die roh genossen werden enthalten nicht nur einen wesentlich höheren Anteil an Vitaminen, sondern auch einen höheren Gehalt an Aminosäuren. Der Verzehr von Rohkost wird mittlerweile immer seltener, da die meisten unserer Lebensmittel gekocht werden.

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